Ist Reiki mit Religion vereinbar?

Nicht jede Religion hält sich selbst für vereinbar mit Reiki – aber Reiki ist mit jeder Religion vereinbar. Welcher Religion man angehört spielt für Reiki keine Rolle, weil es hier nur um die Wirkweise der Therapie als solche geht – nicht um den Glauben!

Ob Reiki mit Religion vereinbar ist hat schon viele heiße Diskussionen ausgelöst. Wenn man sich damit beschäftigen möchte ist es sinnvoll immer Neutral zu sein und die eigene Beobachterrolle zu halten. Schauen wir uns mal dazu die Definition von Reiki und von Religion an.

Ist Reiki mit Religion vereinbar

Wikipedia sagt dazu u.a.: „Religion… ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Weltanschauungen, deren Grundlage der jeweilige Glaube an bestimmte transzendente (überirdische, übernatürliche, übersinnliche) Kräfte ist, sowie häufig auch an heilige Objekte.“ Und weiter: „Eine ältere Definition für Religion lautet: Verehrung geistiger, außer und über der sichtbaren Welt stehender persönlicher Wesen, von denen man sich abhängig glaubt und die man irgendwie günstig zu stimmen sucht.“

Und weiter: „Das Heilige und Transzendente ist nicht beweisbar im Sinne der Wissenschaftstheorie, sondern beruht auf dem Glauben an Mitteilungen bestimmter Vermittler (Religionsstifter, Propheten, Schamanen) über intuitive und individuelle Erfahrungen. Solche spirituellen Mitteilungen werden in vielen Religionen als Offenbarung bezeichnet. Spiritualität und Religiosität sind geistig-geistliche Anschauungen ohne Erklärungsbedarf. Skeptiker und Religionskritiker suchen demgegenüber nach kontrollierbarem Wissen durch rationale Erklärungen.“


Fassen wir das mal zusammen. Religion ist der Glaube an unbewiesene, übernatürliche Kräfte und/oder Objekte von denen man sich abhängig glaubt und beruht auf Offenbarungen von übernatürlichen Wesen (Götter), selbsternannten Propheten und Religionsstiftern. Schaut man sich die Ursprünge vom Christentum und vom Islam an stimmt diese Aussage vollumfänglich.

Der Anhänger einer Religion begibt sich mit dem Leben und Ausüben seines Glaubens in eine selbstgewählte Abhängigkeit okkulter Mächte – in die Abhängigkeit eines oder mehrerer Götter und sein Wohl und Wehe ist von dieser okkulten Macht abhängig (…unser täglich Brot gib uns auch heute…). Diese Abhängigkeit bezieht sich sowohl auf das Leben im Hier und Jetzt als auch auf das Dasein nach dem Tode (Glaube an das Paradies und an die Hölle). Speziell die monotheistischen Religionen und Kulte, also die, die nur an einen Gott glauben, sind besonders rigide. Das fatale an dieser Grundhaltung ist das so ein gläubiger Mensch alle ihm eigene, in ihm angelegte Schöpferkraft und Schöpfermacht – und damit die Selbstbestimmung des eigenen Lebens aufgibt. Er entblößt sich aller eigenen Kraft und begibt sich in die Macht und Vormundschaft der Vertreter einer Religion! Diese bestimmen ab da völlig über ihn, sein Denken und Handeln, seine Moral.

Oft ist es so dass die Vertreter oder Anhänger einer Religion etwas mehr dogmatisch sind als andere Menschen. Fundamentale Menschen lassen nur das gelten was ihre eigene persönliche Wahrheit ist und haben die neutrale Beobachterrolle völlig abgelegt. Gerade Konvertiten (Menschen, die frisch einer anderen Religion beigetreten sind) können extrem konservativ und unfreiheitlich handeln und argumentieren.

Grund dazu könnte u.a. die völlige Überhöhung der angebeteten Person sein, welche als unfehlbar, untadelig in allen Richtungen und gottgleich dargestellt – wird wenn es sich um selbsternannte Propheten handelt – oder bei einem Gott selber, welcher per se keine Kritik an sich duldet. ( Ist ja vom psychologischen her sehr praktisch, lenkt es doch von eigenen Fehlern ab). Schauen wir näher hin sind da grade die Obergötter zweier Weltreligionen immer mit einem sehr strafenden und bestimmenden Charakter verbunden, welcher nichts, aber auch gar nichts, mit dem Thema Liebe zu tun hat. Die dritte große Weltreligion ist da flexibler, offener und freundlicher.
Die Führer dieser Kulte stellen sich anderen Menschen gegenüber oft als bessere Wesen da. Man soll auch sie verehren, sie achten, ihnen gehorchen und sogar Steuern zahlen. Kritik an ihnen ist nicht erwünscht und eigene Fehlhandlungen werden vertuscht. Irgendwie kommt einem da ganz unwillkürlich der Gedanke an die Themen „Macht haben und ausüben“ hoch. Ein Instrument des Machterhalts ist für diese „Führer“ immer das schlecht machen und kriminalisieren anders Denkender. Das klappt seit 2000 Jahren super und lenkt von eigenen Problemen und moralisch /sittlichen Fehltritten ab.

Als schlagendes Argument wird auch immer wieder verwendet das nur durch sie und ihren Kult ein Zugang zur Heilung möglich ist. Eine Heilung, von was auch immer, gibt es nur einzig und ausschließlich über ihre Methode. Alle anderen Methoden sind falsch, funktionieren nicht oder kommen aus der dunklen Ecke, also vom Teufel. Dieser arme Teufel wird oft als abschließendes Totschlagargument erwähnt, wenn keine Argumentation mehr zieht. Das gilt für alle großen Kulte der Welt. Reiki wird durch die paranoide Definition, mit der es von einigen Sektenbeauftragten und selbsternannten Fachleuten bedacht wird, oft als Sekte dargestellt. Dabei vergessen diese Spezialisten jedoch wie man Sekte und Religion wissenschaftlich definiert. Ebenso übersehen Sie ihre eigenen Organisationsstruktur und ihr eigenes Handeln geflissentlich.

Das alles wurde eben aus einer völligen Beobachterperspektive heraus geschildert, welche sich nicht vom Machtanspruch einiger „Ausgewählter“ eingelullt fühlt und es einfach mal auf den Boden der Tatsachen bringt.

Schauen wir uns jetzt mit der gleichen Sichtweise einmal die Definition von Reiki an. Da wird es bunt. Nach dem Verständnis einiger Reikianer wurzelt Reiki im alten chinesischen Schamanismus oder man nimmt Bezug auf buddhistische Traditionen Japans. Eine Stilrichtung ist im koreanischen Schamanismus angedockt. Mikao Usui selbst sprach davon das was sehr altes wiederentdeckt wurde. ( Na logisch. Das, was man Reiki nennt, gibt schon solange wie es Menschen gibt.)

Es gibt viele Reiki Stilrichtungen- und so brauchen wir hier klare Differenzierungen. Einige wenige dieser Stilrichtungen sind sehr mit ihrem Erfinder und Schöpfer und seiner Beachtung verbunden. Wenn in so einer Reiki Stilrichtung die Anrufung von Lichtwesen bzw. Kontakt mit der Geisterwelt gelehrt und mit schamanischen, magischen oder tantrischen Methoden ausgeübt wird, kann man ihm Rahmen der oben Aufgeführten Definition von Religion nur einen Schluss ziehen! Nach dieser Definition kommt Reiki in diesen Stilrichtungen einer Religion gleich. Es gelten gleiche Maßstäbe für alle!

Gilt diese Definition für Reiki allgemein? Nein- lautet hier die klare Antwort. Warum nicht?

– Beim Reiki steht die Arbeit mit der Lebensenergie im Vordergrund. Diese ist ein Teil des Menschen und wird keiner bestimmten Gottheit, Wesenheit oder Religion zugeordnet. Sie ist allgemein und jeder hat sie.

– Da sie jeder hat, bedarf es keiner Anrufungen oder Gebete von vermeintlich höheren okkulten Mächten um an sie zu gelangen und mit ihr zu Arbeiten. (Eine Einweihung ist eigentlich eine sehr technische und neutrale Angelegenheit – ohne jede „Götter“).

– Die Definition von Reiki gibt weiter klar an das es beim Reiki keine Mittler oder geistigen Führer zu dieser Energie gibt. Der Reiki Meister ist kein Priester sondern ein Mensch, der anderen Menschen den eigenen energetischen Zugang zu sich selber erklärt. Danach wird er nicht mehr gebraucht.

– Niemand ist abhängig von seinem Reiki Lehrer.Die Reiki Lebensregeln sind – per Definition- Empfehlungen, keine zwanghaften Gebote oder Verbote.

– Die Definition von Reiki gibt einem ein wirksames Instrument in die Hand um an sich und seinen Emotionen selber zu arbeiten. Mein Glück liegt als Reiki Anwender in meiner Hand, nicht in der Hand eines Kultes, seiner Führer oder des dem Kult vorstehenden Wesens.

– Nach dieser Definition macht Reiki einen unabhängig und stark im Selbstwert und Selbstbewusstsein – frei von Schuld. Religionen versuchen oft genau das Gegenteil zu erreichen.

– Im Gegensatz zur Heilswirkung einer Religion ist die Heilwirkung von angewendetem Reiki sofort an sich spürbar. Und jederzeit reduplizier bar. Das klappt bei Wundern nicht immer, in der Regel sind sie einmalig und dann nie wieder.

Kommen wir zum Fazit – Ist Reiki mit Religion vereinbar? Da Reiki ein Weg zur eigenen Freiheit ist muss man die Sache von mehreren Seiten betrachten: Nicht jede Religion hält sich selbst für vereinbar mit Reiki – aber Reiki ist mit jeder Religion vereinbar. Welcher Religion man angehört spielt für Reiki keine Rolle, weil es hier nur um die Wirkweise der Therapie als solche geht – nicht um den Glauben! So einfach ist das, aber es kann ja ein jeder selber wählen…..

Autor: Martina Zacharias

Martina Zacharias ist gelernte Krankenschwester, zugelassene psychotherapeutische Heilpraktikerin, Kinesiologin und Hypnosetherapeutin. Die Reiki-Großmeisterin verfügt über eine breite Wissenspalette in der Energiearbeit und eine langjährige Behandlungserfahrung. Gerne gibt sie ihre Kenntnisse aus dem energetischen und psychologischen Bereichen weiter. Martina ist erreichbar unter martina[@]reikihere.blog

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