Ist Reiki eine spirituelle Tradition?

… Spiritualität ist die bewusste Hinwendung und aktive Praktizierung einer als richtig angesehenen Religion oder Weltanschauung …

Schaut man sich zum Thema Reiki im Netz um findet man schnell Hinweise und Verbindungen zu  Spiritualität und Esoterik. Um zu klären „ist Reiki eine spirituelle Tradition?“ müssen wir uns zuerst
mal wieder mit Begriffsdefinitionen herum plagen. Kurz zusammengefasst gilt für die beiden Begriffe:

Spiritualität ist die bewusste Hinwendung und aktive Praktizierung einer als richtig angesehenen Religion oder Weltanschauung. Früher nannte man das auch „Frömmigkeit“. Nun hat aber Reiki weder etwas mit Anbetung von irgendwem oder irgendwas zu tun noch mit der Hinwendung zu irgendeiner theologischen Lehrmeinung. Reiki funktioniert auch ohne irgendwelche Götter ganz gut, Priester werden schon gar nicht gebraucht. Beim Reiki arbeitet der Mensch mit dem Menschen.

Ist Reiki somit eine spirituelle Tradition? Eher nicht.

Für den Begriff Esoterik gibt es weder im wissenschaftlichen noch im populären Sprachgebrauch eine allgemein anerkannte Definition. Oft wird das Adjektiv „esoterisch“ als  abwertend, im Sinne von „unverständlich“ oder „versponnen“, verwendet – Esoteriker als Spinner bezeichnet.
Wobei dann der Begriff Esoteriker wieder schnell auf jeden angewendet wird, der sich mit den Themen Geist, Seele oder dem Transzendenten beschäftigt. Esoteriker ist mittlerweile ein Begriff der Stigmatisierung eines Denkens, Handelns und Wahrnehmens abseits der gesellschaftlichen Norm.

Interessant ist, dass der Begriff Esoterik im Ursprung eine Lehre meint, welche nur einem kleinen, inneren Kreis, fortgeschrittener Schüler eines philosophischen Lehrers zugänglich gemacht wurde.
Zu Zeiten vom Pythagoras war Esoterik also  etwas wie eine spezielle Lehre für fortgeschrittene Schüler.

In all diesen Deutungen und Ansichten finden wir unser Reiki nun gar nicht wieder. In anderen Blog-Artikeln haben wir uns ja schon um die Zusammenhänge von Reiki und Religion bzw. Reiki und Buddhismus gekümmert. Wir mussten jedes Mal feststellen, dass Reiki überhaupt nichts damit zu schaffen hat. Reiki ist weder eine Religion noch eine Weltanschauung, noch ist es eine spirituelle Tradition. Es ist ganz einfach eine Behandlungsart, eine Behandlungstechnik, die mit unserer Lebensenergie arbeitet. Vom Menschen für den Menschen gemacht.

Gibt doch unser Reiki wesentlich mehr her als eine spirituelle Tradition! Dadurch das Reiki ein klarer Weg der Persönlichkeitsentwicklung ist, haben wir hier ein enormes inneres Wachstumspotential für jeden einzelnen Reiki Anwender. Ein inneres Wachstum an Selbstwert, Selbstbewusstsein, an Achtsamkeit seinen Gefühlen gegenüber, an Achtsamkeit seiner Wahrnehmung dem Außen gegenüber, an Wachstum der eigenen feinstofflichen Wahrnehmung (Hellwahrnehmung), an Ruhe, Entspannung und Entstressung.

Reiki ist somit sehr progressiv, während Religion immer konservativ ist, in alten Bahnen bleibend, sich nicht fortentwickelt. Religiöse Spiritualität kann auch nicht fortschrittlich sein da sonst das Lehrgebäude, auf dem sie ruht, wanken würde.
Wir dürfen auch nicht vergessen das „Frömmigkeit“ immer mit den etablierten Machtstrukturen einer Priesterkaste in Verbindung steht. Diese legt fest was wahr ist und was nicht. Sie gibt die Deutungshoheit über das geistige und seelische Leben ungern aus den Händen.

Nicht umsonst wird Reiki von den großen christlichen Kulten als gefährliche Sekte verleumdet. Hier ein paar wenig Kostproben dazu:

  • Man sucht durch Energien einen Weg, der von Enttäuschung, Leid und Schmerz wegführt, so dass es einem selbst immer gut geht. Die Energien treten an die Stelle, das Kreuz nicht anzunehmen, sondern abzuwerfen.
  • Die Energien führen weg vom Tabernakel
  • Man möchte göttliche Energie bzw. Heilung kaufen – eine Heilung durch Gott ist aber nicht käuflich, es handelt sich also kirchlich gesprochen um Simonie, dem Kaufen von Zauberkräften und geistlichen Ämtern wie der Zauberer Simon das von Petrus verlangte.

So geht das in den Veröffentlichungen der unterschiedlichen der Sektenbeauftragten seitenlang weiter. Mit alter Macht und Intoleranz meint man die überholten – oft zwiespältigen – eigenen Moralvorstellungen weiterhin den Menschen und Ländern aufzwingen zu können. Aber die Welt dreht sich weiter, und Moral wird „Gott sei Dank“  von Ethik abgelöst.
Ethik ist, wenn die Gedanken, Handlungen und Taten einer Person oder (selten) Gruppe auf das größtmögliche Wohl möglichst aller global existierenden Individuen sowie deren Lebensräume ausgerichtet sind. Der Zweck von Ethik: Bestmögliches Überleben für alle Individuen

In den spirituellen Traditionen wurde bisher immer ein Gott, ein Erlöser gebraucht um die Welt bzw. die Seele des Menschen zu retten. Mit dem Priester als Vermittler natürlich: „Wenn das Geld im Kasten klinkt die Seele in den Himmel springt“ lautete da ein geläufiger Satz.

Der Biophysikers Markolf H. Niemz hat ein ganz eigenes Bild von Spiritualität geprägt. Er fasst sein Verständnis von Spiritualität in den prägnanten Satz „Spiritualität ist Wahrheit, die von innen kommt“ zusammen. Da könnte ich mich persönlich schon eher wieder finden.

Reiki ist – allein schon durch die Lebensregeln – eine sehr ethische Angelegenheit.
Man tut etwas für sich und andere. Der Mensch tut es selber, ohne Mittler, der einem sagt was wie zu laufen hat. Und somit ist Reiki keine spirituelle Tradition, es ist nicht moralisch, Reiki ist ethisch!

Was passiert wenn ich beim Reiki Geben nicht die Energie zwischen den Händen spüre?

… hier helfen ein paar psychologische und körperliche Tricks …

Ja, das mit dem Reiki fühlen beim Reiki Geben ist grade für Anfänger so ein Ding. Unsicherheit pur kommt da auf. Egal ob man sich mitten im Reiki 1 Kurs befindet, später bei der Selbstbehandlung, der Ehemann oder die Freundin am Küchentisch für eine Kurzbehandlung herhalten muss,  oder man zum Reikitreffen geht. Die Energie zwischen den Händen spüren ist nicht einfach. Manchmal hat man das Gefühl das es kommt und geht. Und das es bei den Anderen immer klappt, nur bei einem selber nicht.

Und dann das Gedanken Karussell wenn man die Energie zwischen den Händen  mal nicht spüren kann (oder glaubt das es so ist): „Ich kann das nicht“, „Ich bin zu blöd“, „ zu langsam“, nicht gut genug“, „ich darf das nicht“ und so weiter, man geht  automatisch die ganze Liste der Selbstverdammung und Selbstbestrafung entlang.  Vergesst das – Leute!

Was passiert wenn ich beim Reiki Geben nicht die Energie zwischen den Händen spüre?, Energie zwischen den Händen spüren

Diese ganzen Ängste und Befürchtungen sind nicht nötig, und hinderlich bei der Energiearbeit obendrein.

Beim „Energie zwischen den Händen spüren“ darf sich niemand mit anderen Leuten vergleichen. Jeder spürt und fühlt anders. Unser Spüren und Fühlen ist – grade wenn es um feine Energien geht – von unserem Unterbewusstsein gesteuert, von der jeweiligen Selbsterlaubnis oder dem jeweiligen Selbstverbot abhängig, Emotionen wahrzunehmen. Es kann auch sein das man als Kind irgendwann einmal beschlossen hat lieber nichts, oder weniger, an sich heran zu lassen, weil man viel Schmerz erfahren hat. Das macht es dann dem Erwachsenen nicht leichter Energie zwischen den Händen spüren. Weil wir aber unser Unbewusstes nicht steuern können tobt es sich aus und lässt uns nichts oder wenig  fühlen, oder verbietet uns die bewusste Wahrnehmung dessen was ist.

Es ist Ähnlich wie mit dem Sehen. Unser Sehvermögen wird ebenfalls überwiegend über das Unbewusste in uns gesteuert.
Grundsätzlich ist es so dass sich ein jeder, der in Reiki eingeweiht ist, sich absolut sicher sein kann das gerade seine Reiki Energie IMMER FLIESST!  Das für sich selber zu akzeptieren und anzunehmen ist jedoch eine andere Sache und das eigentliche Problem.

Hier helfen ein paar psychologische und ein paar körperliche Tricks recht gut. Vielfach besteht eine unbewusste Annahmeweigerung, in der Kinesiologie auch „psychologische Umkehr“ genannt.

Wichtig ist dann, dass der Reiki Lehrer dem Schüler sofort nach der Einweihung hilft, die neue Energie zu integrieren.  Das geschieht am einfachsten wenn man den Schüler den Integrationssatz „In liebe nehme ich die eben erhaltene Einweihung an und integriere sie sanft und liebevoll in mein Leben“ sprechen lässt. Damit rutscht die Einweihung quasi tief in das System und verankert sich besser. Danach kann der Schüler die Energie besser zwischen den Händen spüren! (Den gleichen Trick kann man übrigens nach einer Reiki Behandlung anwenden. Der Klient  wird die Behandlung und ihre positive Wirkung auf Körper und Geist damit wesentlich intensiver wahrnehmen als ohne diesen Spruch. Das gilt natürlich auch für eine Selbstbehandlung.

Darüber hinaus sollte man an seinen Selbsterlaubnissen arbeiten. Kann man beim Reiki Geben die Energie nicht oder nur wenig zwischen den Händen spüren ist es sehr hilfreich folgende Sätze (BEWUSST!!!!) laut zu sagen oder kraftvoll zu denken: „Ich kann das und ich darf das!“ und dabei an Reiki denken. Oder: „Ich erlaube mir zu Fühlen und tue das jetzt!“

Wichtig dabei ist, es mit vollen Willen, Absicht und Bewusstheit zu sprechen oder zu denken. Es darf dabei kein Vielleicht geben! Mit diesen Befehlen an sich selber ist es sehr leicht möglich die Selbstverbote und Selbstzweifel  auszuhebeln.
Und dann bitte nicht darüber ärgern das diese da waren und sich gezeigt haben sondern sich darüber bitte Freuen, das es jetzt klappt und Freude am Fühlen und am die Energie zwischen den Händen spüren empfinden, und auch die Freude zulassen.

Bei uns im Reikizentrum Harburg führen wir monatliche Reikitreffen durch. Daran dürfen auch Menschen ganz ohne Reiki Einweihung teilnehmen. Diese bekommen dann mit vermittels einer speziellen Technik aus dem Reiki Großmeister Grad eine temporäre Kurzeinstimmung. So können sie dann an diesem Abend plötzlich Reiki geben wie allen anderen Teilnehmer auch, und sich die Reiki Erfahrung aus erster Hand holen – Weil sie plötzlich Energie zwischen den Händen spüren können. Oder auch nicht. Hier erfordert es ein wenig Fingerspitzengefühl die Wahrnehmung dieser Leute zu öffnen. Klappt aber immer. Wie man das machen kann verrate ich euch im Anschluss.

Drei gute Wege die um die Energie zwischen den Händen zu spüren

  1. Erden! (Mit der Lichtkörper-Übung „Ich bin ein Kanal“)
  2. Dann beide Hände heben, die Handflächen zueinander, mit einem Abstand von
    ca. 10 cm. maximal halten. Sodann BEWUSST (!) ein, zwei  oder auch drei Mal vom Kopf her
    bis zu den Füssen durch den ganzen Körper Atmen. Danach stellt man fest dass die Hand Chakren plötzlich zu kribbeln beginnen.
  3. Jetzt klar und deutlich sprechen und denken „Reiki jetzt! In diesem Augenblick manifestiert sich die Reiki Energie zwischen den Händen und man vernimmt deutlich das Gefühl von gegenseitigem Anziehen und Abstoßen in den Händen

E Voila, da ist dasEnergie zwischen den Händen spüren“. Einfach – Oder?

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Muss man alle Reiki Grade beim gleichen Lehrer machen?

… ein Weg der Persönlichkeitsentwicklung, welcher sich durch alle Reiki Grade zieht …

Ob man alle Reiki Grade beim gleichen Lehrer machen sollte, diese Frage stellen sich viele Schüler.
Entweder kommt die Frage zu Beginn gleich auf, wenn man sich für den Reiki Weg und die Reiki Grade zu interessieren beginnt oder sie kommt auf, wenn man mitten drin ist und irgendwie in Reibung mit seinem Lehrer kommt- Fluchtgedanken gleich.
Es kann auch passieren dass man über das Lehrer/ Schülerverhältnis ins Nachdenken kommt, wenn man sich selber sehr schnell spirituell und Bewusstseinsmäßig verändert und der zuerst gewählte Lehrer einem nichts mehr geben kann. Ein Wechseln kann auch dann stattfinden, wenn man als Schüler merkt, dass nicht alles Wissen weiter gereicht wird und der Lehrer mit irgendwelchen wichtigen Dingen irgendwie hinter dem Berge hält.
All diese Gründe wurden uns im Reikizentrum Harburg schon berichtet, wenn Schüler mit Reiki Graden, meist 1. oder 2. Grad zu uns gekommen sind. Das mit dem Wissen gilt mehr für den 3. Reiki Grade. Aber egal um welchen Reiki Grad es sich handelt – das Wichtigste in der Lehrer/Schülerbeziehung ist das Vertrauen! Als Schüler muss ich meinem Lehrer völlig vertrauen können, seiner Integrität, seinem Wissen und das ich mich mit wirklich allen Problemen an ihn oder sie wenden kann.

Muss man alle Reiki Grade beim gleichen Lehrer machen?

Warum ist das so wichtig? Reiki ist ein klarer und relativ schneller Individuationsweg, das bedeutet ein Weg der Persönlichkeitsentwicklung, welcher sich durch alle Reiki Grade zieht.
Auf diesem Weg begegnen einem seine Traumata, schlechten Erlebnisse, seine Ängste, seine eigenen dunklen Seiten, Gelüste und seine Sexualität bzw. das Mann sein oder Frau sein an sich.

Das ist alles sehr privat, wenn nicht gar intim, und nichts was man an die große Glocke hängt. Oft kann man nicht einmal in der eigenen Familie oder im Freundeskreis über eines oder mehrere Themen daraus sprechen. Beim Reiki Weg kommt aber immer irgendwas Verdrängtes an das Tageslicht und möchte bearbeitet werden. Damit wird der Reiki Lehrer meist zum wichtigsten Ansprechpartner für die Schüler, da er im allgemeinen eine völlig neutrale Rolle spielt, nicht wertet, einen ernst nimmt und oft energetische oder psychologische Hilfen sofort wirkungsvoll anbieten kann.

In einem anderen Blogartikel hatten wir schon einmal über den Weg zum Reikimeister/Lehrer gesprochen und das man das nicht an einem Wochenende werden kann. Hier sprechen wir jetzt über die praktische Anwendung der eigenen Reife als Lehrer. Denn man muss schon sehr in sich ruhen und in der Beobachterrolle und deren Einhaltung geübt sein, wenn man irgendwann von einem Schüler z.B. mit dem Thema Missbrauch in der Familie oder den Auswirkungen familiärer Gewalt konfrontiert wird. Als Schüler muss ich mich hier auf den Meister absolut verlassen können, wenn ich so etwas ansprechen möchte, und als Meister darf ich dann nicht mitschwingen oder gar mitleiden.

Jedoch  braucht auch so ein Vertrauensverhältnis vom Schüler zum Lehrer Zeit zum Reifen. Wenn der Schüler aber öfters den Lehrer wechselt kann es gar  nicht erst dazu kommen. Nimmt der Schüler seinen Weg der Persönlichkeitsentwicklung durch die Reiki Grade aber ernst, so wird er sich „den“ Lehrer aussuchen und bei ihm bleiben.

Auch Geld ist Vertrauenssache. Wenn ich als Schüler einmal Geldsorgen habe, vielleicht durch einen Jobwechsel, eine neue Wohnung u.s.w., ist eventuell mal wenig Geld für Reiki Kurse da. Habe ich Vertrauen zu meinem Lehrer, und er zu mir, dann kann man sich in solchen Dingen wesentlich leichter entgegenkommen und gemeinsam eine Lösung finden, als wenn das Verhältnis zueinander weniger persönlich ist.

Ein weiteres Argument nicht den Lehrer zu wechseln kann der Reiki Stil an sich sein. Es gibt ja einige verschieden Reiki Stile, die sich zum Teil deutlich unterscheiden. Die angewendete und ihnen zu Grunde liegende Energie ist zwar die gleiche, jedoch ist die Arbeitsweise oder Art der Umsetzung
manchmal sehr unterschiedlich. Wenn man mit einer bestimmten Stilrichtung beginnt sollte man sie zu Ende machen. Ein Wechsel mittendrin führt i.d.R. nur zur Verwirrung.

Hier die Top zehn Gründe alle Reiki Grade beim gleichen Lehrer/in zu machen

  1. Ich vertraue meinem Lehrer/in als Mensch und Persönlichkeit absolut!
  2. Ich vertraue auf seine/ihre fachliche Kompetenz!
  3. Die Art zu unterrichten gefällt mir
  4. Ich bin mir sicher  dass ich mich mit meinen persönlichen Problemen jederzeit an ihn/sie wenden kann und mir dann geholfen wird.
  5. Diese Reikischule bietet das, was ich mir für meinen persönlichen Weg jetzt und in Zukunft wünsche.
  6. Mein Lehrer/in blickt auch über den Tellerrand des Reiki hinaus
  7. Er/sie ist schon lange dabei, ein Profi, und macht es nicht vom „Küchentisch“ aus
  8. Die Lerngruppen in den Reiki Graden sind nicht zu groß und so bleibt die Individualität erhalten!
  9. Mit ihm/ihr kann man auch über Geld oder Zeit reden
  10. Er/ sie nimmt mich wahr- so wie ich bin – und urteilt nicht.

Wie kann ich Reiki Meister werden?

… ein Weg zur Persönlichkeitsentwicklung …

Als ich vor vielen Jahren mit Reiki begonnen habe war mir das, was Reiki alles kann und macht überhaupt nicht bewusst. Heilen durch Hand auflegen – ja klar. Aber die hinter dem Reiki System steckende Persönlichkeitsentwicklung war, glaube ich, auch meinen Reiki Lehrern von damals nicht so wirklich eingängig. Und so war es meine eigene Aufgabe diesen psychologischen Weg vom Reiki selber genauer zu entdecken.

Reiki Meister werden

Im Nachhinein kann ich für mich sagen, dass wenn mich damals jemand mit etwas mehr Kenntnissen in Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung an die Hand genommen hätte, mir viel Frust und auch Schmerz erspart geblieben wäre. Denn – Reiki muss nicht immer angenehm sein! Wie das? Kann man sich fragen, Reiki ist doch so toll, heilt und hilft! Ja, das stimmt.

Aber  Heilung kann mitunter sehr schmerzhaft sein, vor allem unsere psychologische Heilung. Und wenn ich Reiki Meister werden will ist das ein großes Thema. Wenn ich ein „richtiger“ Reiki Meister werden will muss einen weiten Weg gehen. Mit einer Wochenendeinweihung ist das nicht getan. Warum? Wenn ich sage „richtiger Reiki Meister“ meine ich eine in sich ruhende, nahezu angstfreie und aus der Beoabachterrolle heraus handelnde Persönlichkeit.

Ein langer Weg bis dahin der mit einigen Fallen und Stolpersteinen versehen ist. Ich begegne  auf diesem Weg  meine Dogmen, meinen Glaubenssätzen, Persönlichkeitsanteilen von mir die ich vehement ablehne, dunklen Seiten, meinen Ängsten und auch alten traumatischen Strukturen, die ich zu verdrängen Suche.

Der Weg beginnt im ersten Reiki Grad mit der Aufgabe, mich mit meinem Körper und meinen Gefühlen auseinander zu setzen. Zu beginnen, mich selber anzunehmen so wie ich bin. Für manchen bedeutet das, dass nun auch schmerzhafte, traumatische und verdrängte Emotionen hochkochen dürfen. Die Energiequalität der Einweihungsenergien kann sie freilegen.

Manchmal kann so eine Einweihung in den 1. Reiki Grad mit vielen Tränen verbunden sein. Der Reiki Lehrer muss das auffangen können, deshalb ist immer ein fundierter psychologischer Hintergrund für den Lehrer wichtig.
Weiter geht es auf meinem Weg zum Reiki Meister werden über den 2.Reiki Grad. Dieser beinhaltet die  wichtigste Vorstufe die ich meistern muss, wenn ich Reiki Meister werden will.

Die Heilung meines inneren Kindes. Das innere Kind ist der Persönlichkeitsanteil in uns, welcher für Freude, Spontanität, Selbstliebe und Selbstvertrauen zuständig ist. Spirituell betrachtet verwaltet unser inneres Kind die Liebesfähigkeit, während unser EGO als Gegenpol die Ängste verwaltet.

Selbstliebe und Selbstvertrauen sind für den, der  Reiki Meisterwerden möchte, unabdingbar. In meiner langen Laufbahn als Reiki Lehrer und Ausbilder sind mir schon viele Reiki Meister begegnet, welche die Heilung ihres inneren Kindes aus irgendwelchen Gründen nicht vollführt hatten. In Folge fühlten sich in ihrer Rolle als Reiki Meister nicht wirklich wohl.

Im 2. Reiki Grad kommt noch eine weitere Aufgabe auf mich zu: Die Schattenintegration! Als Schatten werden unsere eigenen, ungeliebten Persönlichkeitsanteile bezeichnet, zu denen man am liebsten nicht hinsieht. Das können Charaktereigenschaften, Lüste, Ängste und andere Gefühlsmuster von uns sein, oft auch die eigene Sexualität oder das  Mann oder Frau sein an sich.

Eine weitere große Baustelle tut sich auf. Wenn man seine Schattenseiten nicht anerkennt und lernt, sie liebevoll anzunehmen werden sie stärker und stärker und drängen von unbewusster Seite her in das Leben, welches dadurch nicht einfacher wird. Der Reiki Meister ruht in sich – in sich ruhen ist nicht möglich wenn die Schatten noch sehr aktiv sind.

Habe ich alle diese Aufgaben bewältigt (Herkules mit seinem bisschen Stall ausmisten war gar nichts dagegen…) kann ich mich guten Gewissens um die Reiki Meister Einweihung kümmern.

Hier habe ich zwei Möglichkeiten. Ich mache einen Kurzlehrgang mit der Meistereinweihung und habe dann den Meistergrad,  auch III A – Grad genannt. Nun darf ich mich Reiki Meister nennen. Aber bin ich das auch?
( Der IIIa-Grad wird oft von denjenigen genutzt, welche zwar Reiki Meister werden wollen und mit der Meisterenergie arbeiten möchten, sich aber nicht zum Lehrer berufen fühlen. Die Einweihung ist die gleiche wie beim Meister/Lehrer, und die Aufgaben, die auf einen zukommen, auch. Man empfängt in diesem Kurs das Meisterzeichen und die Meisterenergie, und lernt sie in der praktischen Anwendung kennen, damit man mit ihr behandeln kann. Die Klienten werden die Reikikraft stärker wahrnehmen.)

Die zweite Möglichkeit ist  schwieriger und länger. Aber wenn ich Reiki „Meister“ werden will sollte ich zumindest drüber nachdenken. Es ist die Ausbildung zum Reiki Meister/Lehrer!
Meist dauert sie so um ein Jahr, beinhaltet psychologische, spirituelle und praktische Themen.
Vertieft die Behandlungskenntnisse, gibt Techniken zum Clearing von Fremdenergien, die Hellwahrnehmung wird trainiert, man hospitiert bei Reiki Einweihungen, man lernt selber einen Reiki Kurs zu gestalten und man ärgert sich über seinen Reiki Lehrer, der scheinbar während der ganzen Zeit mit permanenter Bosheit einem die eigene Schlechtigkeit vor die Nase hält. Wie das?

Jetzt kommen wir zu schwierigsten Punkt der ganzen Reiki Meisterei – den Aufgaben des Reiki Meisters. Mit der Einweihung zum Reiki Meister werden durch die Einweihungsenergien  Kontakte zu den im Emotionalkörper  und zum Teil auch im Kausalkörper abgespeicherten eigenen Ängsten hergestellt. Diese tauchen nun verstärkt auf und wollen bearbeitet werden. Die Aufgabe des Reiki Meisters ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Angststruktur!

Nach der Meistereinweihung kann es passieren dass uns unsere eigenen Ängste vom Außen verstärkt  wiedergespiegelt werden. Da wird dann der eigene Reiki Lehrer zum natürlichen Objekt der Reibung.

Sein Job ist es jetzt den Schüler und seine Ängste ganz liebevoll anzunehmen und ihm zu helfen die Ängste  zu bearbeiten. Das geht nicht schnell, das ist i.d.R. Prozessarbeit. Aber man hat ja ein volles Jahr zusammen. Dieses Jahr der Zusammenarbeit (oder auch länger) ist eine begleitete Reife und ein innerliches Wachstum. Im Endeffekt wachse ich in meiner Persönlichkeit und meinen Fähigkeiten!

Muss man alle Grade beim gleichen Lehrer machen?

Wenn man sich für einen Reiki Kurs interessiert sollte man sich verschiedene Lehrer anschauen.
Zu einen muss die Nase passen, zum anderen muss man ein gutes Gefühl haben. Der Prüfstein ist immer, wie “authentisch” ist mein Lehrer in spe, sind es Worthülsen, die da kommen, oder lebt er etwas vor? Oder anders herum – ist es ein Profi?
Geht man so vor besteht die große Wahrscheinlichkeit das man alle Grade dort machen wird.  Wie oben beschrieben ist Reiki ein Weg der Persönlichkeitsentwicklung.  Man spricht automatisch tiefe und vertrauliche Themen an. Das geht nur wenn das auf der Basis des absoluten Vertrauens läuft. Auch das könnte ein Grund sein beim gleichen Lehrer zu bleiben.

Begibt man sich auf den Reiki Weg stellt man irgendwann fest das es noch mehr Interessantes gibt was gut zum Reiki passt. Hat der eigene Lehrer das im Angebot wird man wohl da bleiben.

Reiki und Lehrgänge kosten Geld. Wenn man als Lehrer und Schüler lange zusammen ist vertraut man sich. So kann man in Situationen wo Geld knapper ist  sich helfen und z.B. Ratenzahlung oder Stundung von Kursgebühren oder auch Sonderpreise vereinbaren. Das wird  nicht gehen wenn der Schüler von Lehrer zu Lehrer hüpft.  Eigentlich ist es wie mit dem Friseur oder der Autowerkstatt. Habe ich mal einen  meines Vertrauens gefunden bleibe ich gerne da.